Volk muss Grundsatzentscheid fällen

Bericht im Bote der Urschweiz vom 25. Juli 2005 von Bruno Facchin

Kann das Hallenbad Minster in Unteriberg überleben ?

Das Hallenbad steht in Mittelpunkt des politischen Dorflebens von Unteriberg. Nachdem die bisherigen Eigentümer den Betrieb nicht mehr allein unterhalten wollen, soll nun die Gemeinde mit einer Trägerschaft das Bad im Stockwerteigentum übernehmen und betreiben.

Eigentlich ist die Gemeinde Unteriberg in der komfortablen Situation, nicht nur ein einfaches Hallenbad, sondern sogar ein Schwimmbecken mit einer Länge von 25 Meter zu haben. Solche Ausmasse sind im Kanton Schwyz sehr selten, und dieser Umstand allein schon sollte Grund genug sein, das Hallenbad - dessen Zukunft nicht ganz eindeutig definiert ist – zu erhalten. Zu hohe Betriebskosten und zu wenig Frequenzen haben nun aber die bisherigen Besitzer Salesia und Heier Jäger veranlasst, die laufenden Verträge mit den Gemeinden Ober- und Unteriberg sowie den Bezirken Schwyz und Einsiedeln zu kündigen. Man ist nicht mehr bereit, das regelmässige Defizit allein zu tragen und zudem die notwendigen Sanierungskosten von rund 1.8 Mio Franken zu übernehmen. Das könnte für die Bevölkerung im Ybrig bis Einsiedeln fatale Folgen haben, denn zum Beispiel müsste das Schulschwimmen ersatzlos gestrichen werden.

In Unteriberg ist man sich der Situation bewusst und möchte nun Mittel und Wege finden, um das Hallenbad sanieren und weiterhin betreiben zu können. Auch wenn Einsiedeln derzeit einen Planungskredit für ein Hallenbad vor das Stimmvolk bringen will, möchte man im Ybrig weiterhin baden. So wurde ein Fachausschuss ins Leben gerufen, welcher Vor- und Nachteile, aber auch das Bedürfnis und nicht zuletzt die finanziellen Aspekte beim weiteren Betrieb des Hallendbades unter die Lupe nahm. Das Resultat liegt vor, und der Vorschlag, das Bad im Stockwerkeigentum als Genossenschaft durch die Gemeinde zu erwerben und zu betreiben, steht im Raum. Man ist sich einig: Eine Rendite wird das Bad nie abwerfen, doch das Bedürfnis ist klar vorhanden und das Stimmvolk von Unteriberg wird nun am 25. September über einen Kredit zur Übernahme entscheiden müssen.

Gegen Hundert Interessierte folgten am Samstag der Einladung zur Information im Hallenbad. Das OK unter der Leitung von Beat Föhn machte den Bürgern das Projekt schmackhaft und legte die Karten offen auf den Tisch. “Wir müssen nun Farbe bekennen und bereit sein, ein allfälliges Defizit für ein Stück Lebensqualität im Ybrig zu tragen“, erklärte Pius Fässler, Gemeinderat, gegenüber dem „Boten“. Natürlich reiche ein neues Besitzverhältnis nicht aus. Die Genossenschaft müsse Strategien im Bereich Marketing entwickeln, denn Unteriberg bietet mit dem Hallenbad sowie zahlreichen anderen Möglichkeiten im Sommer wie im Winter sehr viel für aktive Gäste und Besucher.

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Zuletzt geändert am 05. Juni 2011.